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Vollständige Version anzeigen : Verknüpfung Quoten und Filter


Marketing_User
17.09.2012, 13:41
Hallo,

in unserem Projekt (ID: 302434) stehen wir vor folgendem Problem:

- es gibt 8 unterschiedliche Szenarien (d.h. einmalig 8 unterschiedliche Seiten), die gleichverteilt den Probanden gezeigt werden sollen bei sonst identischem Fragebogenverlauf. Das wurde über Zufallstrigger und Filter gelöst und klappt auch gut.

- Jetzt sollen diese 8 Szenarien jedoch zusätzlich den Quotenvorgaben entsprechen, d.h. es soll realisiert werden, dass in jedem Szenario die demografische Verteilung der des Quotenplans entspricht.
Folgende Variablen sollen da mit einfließen:
-> Alter (5 Klassen)
-> Geschlecht (m/w)
-> Bildung (4 Ausprägungen)
-> Einkommen (5 Klassen)
-> Affinität zu technischen Geräten (abgefragt durch 7er Skala wodurch 2 Klassen entwickelt werden sollen: Affinität ja/nein)

Insgesamt wird für jedes Szenario eine Stichprobe von n=150 angestrebt; diese soll sich somit prozentual gemäß der Verteilung der Quotierungsvorgaben zusammensetzen.

Die Frage wäre nun, wie ob bzw. wie man es hinbekommen kann, diese vielen Quotierungsvariablen mit den gefilterten Szenarien zu verknüfen?
Die Demografischen Variablen werden zu Beginn angefragt und dann sollte es halt so sein, dass je nach Profil der Proband dem Szenario zugeordnet wird, wo er gemäß der Quotenvorgaben am besten rein passt.

Ich hab schon einiges im Forum durchsucht, aber die meisten Sachen haben sich immer nur auf ein bzw. zwei Quotierungsmerkmale (z.B. nur Geschlecht und Alter) bezogen. Z.B. http://forum.unipark.info/forum/archive/index.php/t-6932.html

Ich freue mich über jede Idee und jede Hilfe!!

Besten Dank vorab und viele Grüße,
Andreas

JensL
25.09.2012, 11:18
Hallo Andreas,

also die Frage ist, was Du genau mit dann sollte es halt so sein, dass je nach Profil der Proband dem Szenario zugeordnet wird, wo er gemäß der Quotenvorgaben am besten rein passt.
meinst.

Es ist natürlich schwierig die Probanden gleichzeitig gleich zu verteilen, anhand eines Quotenplans zu verteilen und aufgrund der demografischen Daten zu verteilen.

Das Problem an der Sache ist, dass Du entweder zufällig, oder nach der Quotierung verteilen kannst, beides wird kaum realisierbar. Auch mit den vielen Bedingungen wird das SEHR aufwendig.

Einzige Möglichkeit die mir spontan einfällt (und das ist eher eine theoretische Möglichkeit), wäre nach allen möglichen Kombinationen zu quotieren. Das wären aber alleine schon (wenn ich das gerade richtig überschlagen habeund man die Affinität nur mit zwei Elementen einberechnet, sonst wären es nochmal 1000 mehr) 400 verschiedene Quoten. Das Handbuch empfiehlt aus Performanzgründen nicht mehr als 300 Quoten zu verwenden und das nicht ohne Grund. Nachteil dabei wäre außerdem, dass Du vor allem gegen Ende der Befragung eine immense Menge an ausquotierten Teilnehmern hättest.

Diese Problematik lässt sich glaube ich auch nicht wirklich umgehen, wenn Du sicherstellen willst da Du wie gesagt, jede mögliche Kombination berücksichtigen müsstest.

Es nützt Dir ja nichts, wenn Du noch einen männlichen Teilnehmer der Altersgruppe 1 brauchst, aber der Teilnehmer männlich und Altersgruppe 2 ist, folglich müsste dieser ausquotiert werden (angenommen die Kombination männlich, Altersgruppe 2 ist voll).

Technisch wäre es z.B. noch möglich (geht aber nur mit einer Lehrstuhllizenz, da Du hierfür 6 Projekte brauchst) das Projekt für jede Altersgruppe ein mal zu klonen und die demografische Erhebung in einem separaten Projekt vorzuschalten. das wären dann noch 80 Quoten pro Projekt, immer noch sauviel Arbeit, aber das System würde hier wenigstens mitspielen.

Gruß,
Jens

hrster
27.09.2012, 11:06
Hallo Jens, (hallo Andreas)

ich stehe vor dem gleichen Problem, deshalb würde ich mich hier gerne einklinken.

Zum Verständnis für mich ein einfaches Beispiel:

Quotenvorgabe: Geschlecht 50% männlich zu 50% weiblich und Regionalverteilung 50% Süd- zu 50% Norddeutschland. Lege ich jetzt 2 Quoten an, eine für Geschlecht und eine für Region, könnte es sein, dass z.B. alle weiblichen Antworten aus Nord- und alle männlichen aus Süddeutschland kommen.

Diese Quotierung würde eine weitere Verteilung aller zugelassenen Teilnehmer auf prozentual entsprechende Untergruppen mit der gleichen ursprünglichen Quotenvorgabe (50% männlich und weiblich sowie 50% Süd- und Norddeutschland) nur bei zufälliger Gleichverteilung aller durch die ursprüngliche Quote Zugelassenen möglich machen.

Umgangen würde dies, wenn ich 4 Quoten anlege (1.) 50% männlich und 50% Norddeutschland, 2.) 50% männlich und 50% Süddeutschland, 3.) 50% Weiblich und Norddeutschland ...). Hier rätst Du aus Performancegründen ab, zu vielen Quoten zu erstellen und weist darauf hin, dass evt. Unmengen ausquotiert werden. Für solch einen Fall (zu viele Quoten) würde ich dann mit einer zufälligen Verteilung der Teilnehmer auf die Untergruppen weiterarbeiten, korrekt?

Habe ich jetzt aber diese einfachen Fall mit den 4 Quoten, wie teile ich jetzt diese 4 Quoten gleich verteilt, z.B. auf 4 Untergruppen auf?

Vielen Dank,
Grüße Stefan

JensL
27.09.2012, 13:56
Hallo Stefan,

hier
http://forum.unipark.info/forum/showthread.php?t=6932
ist zwar sowas schon in etwa beschrieben, allerdings glaube ich, dass das nicht ganz auf Deine Frage passt, da hier ja die Gleichverteilung unabhängig von den ursprünglichen Quoten vorgenommen wird (oder ich habe gerade ein Brett vorm Kopf und begreife den Sinn nicht ganz, meinem Verständnis nach sind die beschriebenen Zufallstrigger doch immer die gleichen, egal wie die Quote aussieht). Aber egal, ich beschreibe nun mal wie ich das lösen würde.

Quotierungen sind immer eine recht komplizierte Geschichte (außer man will nur die Basisfunktion der Quoten einsetzen) und ich hoffe ich kann das vernünftig erläutern, was ich mir gerade im Kopf zusammen gebastelt habe. Nebenbei ist mir noch aufgefallen, dass die Anzahl an benötigten Quoten doch deutlich schneller steigt als ich im vorigen Post geschrieben habe, aber nun zum Thema:

Gehen wir mal von Deinem Beispiel aus, dann ergeben sich hier aus männlich / weiblich und Nord/Süd die bereits erwähnten 4 Quoten:
m/N; w/N; m/S; w/S;

Wenn wir nun möchten, dass jede dieser 4 Quoten gleichmäßig auf 4 Filterpfade verteilt wird, würde ich wie folgt vorgehen:

Zunächst brauchen wir für jede Pfad/Gruppen-Kombination eine weitere Quote, also insgesamt 16 Quoten, sowie eine benutzerdefinierte Variable.

Für m/N würde das bedeuten wir hätten m/N_1, m/N_2, m/N_3 und m/N_4 mit sagen wir mal den IDs 5, 6, 7 und 8.
Außerdem noch c_0001.

Für das Beispiel nehmen wir an, v_x sei die Geschlechts- und v_y die Nord/Süd-Variable.

Die Quotenbedingungen würden lauten:
(v_x = 1 AND v_y = 1) AND (c_0001 = 1)

Zu Beginn des Fragebogens würde dann c_0001 mit dem Wert 5 rekodiert.
Dann würden auf einer danach gelegenen Seite die Quoten gezogen, in der Konfiguration müsste ausgewählt sein "Passende, offene Quote mit den wenigsten zugewiesenen Teilnehmern" sowie "Am Umfragenende alle passenden, offenen Quoten um 1 hochzählen".

In den Filterpfaden selbst bräuchte man dann noch je einen Rekodierungstrigger, der c_0001 mit einem Wert beschreibt, der nicht 1 entspricht.

Dadurch wird am Ende der Umfrage die Quote m/N um 1 hochgezählt, ohne das die Quoten _1 _2 _3 oder _4 auch hochgezählt werden.

Einziger Schönheitsfehler hierbei wäre, dass man vor Umfragestart dafür sorgen müsste, dass die "Grundquoten" also m/N, w/N usw. um 1 hochgezählt werden. Dazu müsste man:
1. Die 4 Grundquoten anlegen
2. Das Projekt ins Feld setzen
3. Den Fragebogen mit je einem Teilnehmer pro Grundquote durchlaufen
4. Die 16 anderen Quoten anlegen

Ich hoffe ich habe das halbwegs verständlich und nicht unnötig kompliziert erläutert. Sollte jemand diesen Weg nutzen wollen, bitte vorher ausgiebig testen.

Gruß,
Jens

JensL
28.09.2012, 15:47
Hallo Stefan,

eine Sache musst Du anders machen als beschrieben, und zwar müssen in jeden Pfad unterschiedliche Rekodierungstrigger, also Pfad 1 c_0001 = 1, Pfad 2 c_001=2.

Dementsprechend muss dann auch
(v_x = 1 AND v_y = 1) AND (c_0001 = 1)
angepasst werden.

Gruß,
Jens

hrster
29.09.2012, 07:02
Hallo Jens,

vielen Dank für Deinen Support! Ich werde das mal versuchen, wobei ich mir derzeit noch nicht sicher bin, ob ich mit einer für dieses Vorgehen "handhabbaren" Zahl von Quotierungen auskomme, da diese ja hierbei explodieren.

Alternativ werde ich einfach über einen (Zufalls-)Trigger die Teilnehmer auf vier verschiedene Untergruppen gleichverteilen. Ich würde dies dann entsprechend in meinem Methodikteil des Papers/Arbeit erklären.

Dies dürft auch der Hintergrund der meisten Fragen hier zu diesem Thema sein. Verwendet man für sein Projekt z.B. einen Dienstleister mit einem Konsumentenpanel, kann dieser einem eine "repräsentative" Quotierung für die Grundgesamtheit anbieten. Um jetzt die Aussagen auch für Aufteilungen auf Untergruppen "repräsentativ" zu bekommen, ohne hierfür ein oder mehrere komplett neue Projekt aufzusetzen, was ja mit einer Studentenlizenz nicht möglich wäre, oder höher Kosten bei dem Dienstleister hervorrufen würde, wird nach solch einem Weg gesucht.

Vielen Dank!

Grüße,
Stefan